Die Technologie ist da, wir müssen sie nur richtig nutzen.

Jeden Winter treten mehrere Dunkelflauten in Deutschland auf. Wir haben sie gestern bewältigt, heute und werden das auch morgen tun. Wie wir sicher durch die Dunkelflaute kommen? Mit Technologie, die wir schon haben.

Quelle: H. Hach

Die Dunkelflaute

Normalerweise ergänzen sich Solar- und Windstrom gut, sodass wir ständig mit günstigem Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt sind. Mit Batterien wird die Versorgung aus Solar- und Windstrom noch bedarfsgerechter. Anders kann es in einer längeren sogenannten Dunkelflaute sein. Mit einer Dunkelflaute sind meteorologische Wetterlagen, gemeint, in denen Solaranlagen und Windkrafträder nur wenig Strom erzeugen.

Die dann verbleibende Differenz zwischen Verbrauch und Wind- und Solarstromerzeugung, die Residuallast, muss in dem Fall mit zusätzlichen Technologien gedeckt werden.

Bei der Umstellung auf ein 100 Prozent erneuerbares Stromsystem ist es also zwingend notwendig, sich mit dem Thema Dunkelflaute auseinanderzusetzen. Die Technologien, um sie ohne fossile Energieträger beherrschbar zu machen, existieren bereits. Wir wollen hier aufzeigen, wie der Pfad weg von Kohle und Erdgas hin zu Speichern und klimaneutralen Gasen versorgungssicher aussehen wird.

Stromerzeugung während einer Dunkelflaute im November 2024: Erdgas, Steinkohle und Braunkohle (breite Streifen in der Mitte) machen bis zu 80 % der Stromerzeugung aus. Quelle: smard.de

bne-Webinar „Sicher durch die Dunkelflaute – So geht´s!“

Wie sichern wir die Versorgungssicherheit in Dunkelflauten? In unserem Webinar „Sicher durch die Dunkelflaute – So geht´s!“ vom 29. Januar gehen wir auf unser Konzept sowie auf Technologien ein, die in Zeiten hoher Residuallast immer mehr an Bedeutung gewinnen werden. Dabei ging es konkret um den Nutzen von Kurzzeitspeichern in der Dunkelflaute (Amadeus Teuffel, ECO STOR GmbH), das Potential und die technischen Möglichkeiten von Nachfrageflexibilität durch digitale Lösungen (Sebastian Schaule, Octopus Energy), die Flexibilisierung von Biogas (Sandra Rostek, Hauptstadtbüro Bioenergie) und Motorenkraftwerke als flexible und schnelle Erzeugungskapazitäten (Stefan Liesner, 2G Energy).  

Die Technologie ist da, wir müssen sie nur richtig nutzen

Dunkelflaute, na und?! Wir sind in der Vergangenheit sicher durch die Dunkelflaute gekommen, schaffen es in der Gegenwart und werden die Herausforderung auch in der Zukunft meistern. Wir decken heute etwa 60 Prozent unseres Strombedarfs mit Erneuerbaren und haben gleichzeitig eine der sichersten Stromversorgungen weltweit – und der Speicherausbau boomt.

Die erforderlichen Technologien stehen schon heute zur Verfügung: Technischer Fortschritt, Massenverfügbarkeit und immer günstigere Preise werden die Problemlösung vereinfachen. Nur als Beispiel: Der Preis von Stromspeichern ist zwischen 2010 und 2024 um über 93 Prozent gefallen (IRENA, Juli 2025).

Heute haben wir in Deutschland einen Energiemix bestehend aus Erneuerbaren Energien sowie (noch) Kohle- und Erdgaskraftwerken.  Bei der mittel- und langfristigen Betrachtung ist es sinnvoll, zwischen Technologien auf der einen Seite und Energieträgern auf der anderen Seite zu unterscheiden. So wie heute Turbinen und Motoren als Back-Up zur Verfügung stehen, werden in der Zukunft Speicher immer öfter diese Rolle erfüllen. Was sich ändert ist die Menge der gespeicherten Energie sowie der Brennstoff.

Speicher als Schlüsseltechnologie für die Versorgungssicherheit

Großbatteriespeicher in der Anlage Bollingstedt von ECO STOR
Mehr zu Speichern

Pumpspeicherkraftwerke können schon heute 40 Gigawattstunden an Strom zwischenspeichern. Auch Speicher für Gas sind vorhanden und deren Kapazität ist wesentlich höher als die Pumpspeicherkapazität. Bei den Speichern ist zwischen Kurzzeitspeichern und Langzeitspeichern zu unterscheiden.

Die „Speicher-Welle“ bei Kurzfristspeichern baut sich gerade erst auf. Aktuell sind noch unter drei Gigawattstunden an Großbatteriespeichern installiert. Hunderte weitere Gigawattstunden werden in den nächsten 10 Jahren folgen. Bis 2030 werden Großbatteriespeicher die Pumpspeicher hinsichtlich der Leistung und absehbar auch der Kapazität überholt haben.

Darüber hinaus werden immer stärker auch Heimspeicher und Elektro-Autos Flexibilitätsdienstleistungen für unser Netz bereitstellen, da die Rahmenbedingungen für die Direktvermarktung bei Prosumern deutlich verbessert wurden. Kurzzeitspeicher wie diese stabilisieren schon heute das Netz Sie passen damit mittelbar die Stromerzeugung bedarfsgerecht dem Verbrauch an. Die Batteriespeicher der Solarparks und der Windkraftanlagen stehen auch in der Dunkelflaute als Puffer zur Verfügung. Dass sie Netzstrom zwischenpuffern dürfen, ist inzwischen gesetzlich geregelt. Durch sie sind heute und morgen schon kurze Dunkelflauten überbrückbar.  

Kurzzeitspeicher helfen aktuell bereits dabei, den Gasverbrauch für die Stromproduktion (und damit die Stromkosten) während längerer Dunkelflauten zu reduzieren. Die Pufferwirkung der Speicher entkoppelt so den Strompreis von den Preisausschlägen auf dem Gasmarkt und hilft so zunehmend die Stromkosten zu senken. Die Kapazität der Batteriespeicher erhöht sich auf mehrere Stunden, was den Effekt der Stromkostensenkung weiter erhöht. Ein echter Gamechanger können allerdings die Langzeitspeicher werden. Sie haben das Potential, den Einsatz fossiler Energieträger ein für alle Mal zu beenden.

Turbinen und Motoren

Mehr zu Turbinen und Motoren

Turbinen und Motoren sind heute noch zentraler Bestandteil in der Energieerzeugung und werden es, wenn auch abnehmend, ebenfalls morgen und übermorgen sein. Heute nutzen wir dort fossile Brennstoffe in Form von Kohle und Erdgas. Bioenergie wird bereits in Gasmotoren genutzt, allerdings noch immer zu inflexibel, indem sie oft nicht passgenau auf das Angebot von Wind- und Sonnenstrom reagiert. Strom aus Bioenergie sollte sinnvollerweise genau dann erzeugt werden, wenn wir nicht genug Strom aus Wind und Sonne erzeugen können. Sie muss also in den nächsten Jahren immer weiter flexibilisiert werden. Immerhin erzeugten grüne Gase im Jahr 2024 fast halb so viel Strom wie Erdgaskraftwerke – nur ohne CO2-Rucksack, risikoreiche Lieferketten und Gaspreisausschläge.

Hinzu kommt schrittweise Wasserstoff – idealerweise aus Erneuerbaren Energiequellen. Der Wasserstoff wird vor allem im Sommerhalbjahr in den Sonnenstunden erzeugt und gespeichert, er hilft so langfristige Dunkelflauten zu überbrücken.

Wir kommen sicher durch die Dunkelflaute

Erneuerbare Energien sind mit ihren Speichern der Grundpfeiler für bezahlbare Strompreise, Energieunabhängigkeit, Resilienz und das Erreichen unserer Klimaziele. Für die Zeiten, in denen weder die Sonne scheint noch der Wind weht haben wir bereits die nötigen technologischen Lösungen. 2025 produzieren wir Strom hauptsächlich aus Erneuerbaren Energiequellen und haben eine extrem sichere Stromversorgung. 2030, mit 80 Prozent Erneuerbaren und sehr vielen Speichern, werden wir daher erst recht Systemstabilität und Versorgungssicherheit haben.

Eine Übersicht über die verschiedenen Technologien und wann sie wie eingesetzt werden sollten, um sicher durch die Dunkelflaute zu kommen, finden sie hier.

Während Dunkelflauten werden künftig immer mehr Speicher eingesetzt. Gleichzeitig nimmt die Verstromung von Brennstoffen in Turbinen und Motoren ab und diese werden grüner.

Sicher durch die Dunkelflaute: Die Anleitung auf zwei Seiten

Das Faktenpapier Dunkelflaute zeigt auf zwei Seiten, wie Dunkelflauten heute, morgen und übermorgen bewältigt werden. Welche Brennstoffe werden wir nutzen? Welche Technologien werden eingesetzt? Wie werden Batteriespeicher helfen? Was für eine Entwicklung wird Biogas in den nächsten Jahren durchlaufen? Wir haben die wichtigsten Punkte dieser Webseite für Sie zusammengefasst.